SchaPu

Miltenberger Master

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Posted Saturday, 2. July 2005 @ 09:51:12   Anreise: Für mich 3,5 bis 4 Stunden, aber gut zu finden. Unterkunft für meinen Mann war nicht so toll, er wollte gerne in meiner Nähe sein, also Würselen und nicht unbedingt 100 Euro für ein Hotel ausgeben. Er landete im Gasthof Meneken was der totale Reinfall war. Unter den Zimmern Kegelbahn (nachts laute Rufe: "Gut Holz!", ziemlich verraucht, einige Taustendfüßler übernachten dort kostenlos im Teppichboden. Er zog dann für 1 Nacht ins Parkhotel Würselen um, das sehr zu empfehlen ist, kostet allerdings 71 Euro.

Hier ein Hinweis an den Administrator: Die Hotellilste von Bianca sollte man auch über Endogyn-Standort-Aachen-Würselen anklicken können, ohne erst ins Messageforum zu gehen. Das ist für neue Patienten, die vielleicht nicht gleich alles durchstöbern praktischer. Für die anderen Standorte bestimmt auch vorteilhaft.

Betreuung: Super-Super-Super. So nette Ärzte und Schwestern habe ich wirklich noch nicht erlebt. Ein ganz besonderer Dank und ein großes Lob an den Chef Dr. Müller-Funogea, der mich mit so viel Menschlichkeit und Fürsorge betreut hat. Dr. Kruschinski hat mich gut operiert – es gab zwar Komplikationen nach der OP und ich nahm so ungefähr alles davon mit was man kriegen kann, aber das lag nicht am Operateur.

Die Klinikzimmer: Sehr schönes Zimmer mit Dusche und Toilette, die man sich mit den Nachbarpatienten teilt (kommt höchstens am Abführtag zu Engpässen  ). Schöner Blick in den Park. 2-Bett-Zimmer. Inzwischen durfte mein Mann zu mir ins Krankenzimmer umziehen als Begleitperson. 70 Euro kostete dies und war nur möglich, da das Bett nicht als Patientenbett gebraucht wurde. Man muss dies mit der Station und bei der Anmeldung abklären. Zukünftig sollen Begleitzimmer und Wohungen von Endogyn dort zur Verfügung stehen.

Mein persönlicher Verlauf: OP am 15.06., Dauer 3,5 Stunden, Verwachsungslösungen von Darm, Gebärmutter, Eierstock und Bauchdecke. Geplanter Second-Look am 22.06. Am Abend zuvor Entlassung um am nächsten Tag ambulant den Second-Look zu machen. Bekam aber ziemlich starke Bauchkoliken und holte mir Schmerzzäpfchen auf Station worauf mich Dr. Müller-Funogea im Hotel anrief und sagte, dass ihm das gar nicht gefalle und ich solle doch bitte, wenn das nicht besser wird oder schlimmer wieder herkommen (lieb oder?). Um 22.30 Uhr wars dann so weit, ich hielt es einfach nicht mehr aus. Wir fuhren ins Krankenhaus, ich bekam Schmerzmittel per Infusion und wurde gründlich von der diensthabenden Gynäkologin untersucht. Am nächsten Morgen kam Dr. Kruschinski und meinte, dass wir bei diesen Schmerzen den Second-Look besser verschieben sollten. Als er aber die Entzündungswerte sah mussten wir in den OP, denn der CAP-Wert war merklich gestiegen (von 17 auf 120). Dann ging alles ganz schnell – zu schnell. Ich bekam keine Prämedikation, sondern wurde sofort in den OP gefahren. War natürlich so aufgeregt, dass ich dort mit einem Puls voin 120 einlief. Ich bekam die Narkose, die dann aber nicht tief genug war und ich bekam die komplette Intubation mit. Mein erster Gedanke: o.k., ersticken kannst Du nicht, die beatmen dich, der zweite Gedanke: Dr. Kruschinski fängt gleich an zu operieren und du kriegst alles mit. Ich wollte mich mit Fingerzeig bemerkbar machen, aber durch die Muskelrelaxation geht das ja nicht. Irgendwie bin ich aber dann doch gleich weg gewesen und kriegte nix von der OP mit. Am nächsten Tag kam der Narkosearzt an mein Bett, hat sich entschuldigt und mir erklärt, dass er mir nicht mehr Narkosemittel geben konnte, da er befürchtete, mein Kreislauf mache das nicht mit.

Nach 1 1/2 Stunden war ich wieder wach und kam auf Station. Es hatte sich eine partielle Entzündung im Bauch gebildet, also bekam ich Antibiotika und hatte 39,5 Grad Fieber. Ich hatte dieses mal große Schmerzen, als hätte mich ein Pferd in die Rippen getreten. Sollte mich aber alle paar Stunden mal auf eine andere Seite legen um neue Verklegungen zu vermeiden. Dr. Kruschinski musste bei dieser OP etwas Gas verwenden, ließ aber auch ca. 2 Ltr. Spülflüssigkeit im  Bauch damit die Därme "schwimmen". Diese Flüssigkeit wurde nach und nach abgelassen und damit wurden auch die Schmerzen besser. Am nächsten Tag wachte ich auf und war über und über mit Blasen übersäht [/B] Antibiotikaallergie!! [B] Ich bekam Cortison und Fenestil und zur Kühlung für das Fieber Eis-Akkus an die Waden. Zuerst besserte sich die Allergie, um am nächsten Tag mit voller Macht zurückzukehren. Ich sah aus als hätte ich mir die Lippen aufspritzen lassen und die Augenlieder liften. Schlimmer wurde es, als mir die Mundschleimhaut anschwoll und aus Angst, dass ich ersticken könnte musste ich die Nacht auf der Intensivstation verbringen. Dort geht es sehr professionell zu, aber es liegen dort wirklich nur die allerschwersten Fälle und man bekommt die ganze Nacht das Gepiepse und das Geschaffe der Pfleger mit. Ein Kloo gibt's dort auch nicht, also geht man auf einen sogenannten Nachtstuhl. Die sind das dort nicht gewohnt, dass ein Patient aufstehen kann und zum Kloo möchte!

Endlich fand man ein Antibiotika das ich vertrug: Tazobac. Man ließ Cortison ausschleichen und ich bekam insgesamt 10 Infusionen Tazobac, dann am 15.!! Tag durfte ich endlich nach Hause. Aber ich hatte furchtbare Angst, denn mein CAP-Wert, der maximal auf 350 war (laut Arzt war ich eine der Rekordhalterinnen in diesem Bereich), war immerhin noch bei 22,2 und normal ist 5-7. Wieder kommt der liebe Dr. Müller-Funogea ins Spiel, der wohl meine Angst spürte: Bei der Visite am Entlasstag schaute er mich lächelnd an und sagte: "Wir sehen uns in 20 Minuten unten in meiner Ambulanz, da untersuche ich Sie nochmal gründlich, damit Sie ganz beruhigt nach Hause fahren können!" Ich war froh. Die Untersuchung ergab dann auch keinerlei Flüssigkeit im Bauch und der Ultraschall sonst und der Tastbefund waren o.k. Seit drei Tagen hatte ich immerhin auch leichte Schmierblutungen, was meine Tag ankündigte und reißende Schmerzen im Unterleib und Kreuz – das machte mir nach der letzten Erfahrung Angst. Dr. Kruschinski schaute auch noch mal nach mir und meine ich solle mich nicht so verrückt machen, dazu bestehe kein Grund, die zweite OP sah recht gut aus, nur noch leichte Verklebungen der Gebärmutter und am Nabel, die er stumpf lösen konnte und eben diese lokale Entzündung.

Heimfahrt: 4 Stunden! Stau über Stau und eine Hitze. Gott sei Dank haben wir ein klimatisiertes Auto und wir hielten uns immer im Schatten der LKWs. Ein weiches Kissen zwischen Bauch und Gurt machte das Geschaukel angenhmer und so kam ich dann total geschlaucht und müde zu Hause an.

Wie geht's jetzt? Heute (3. Nacht zu Hause) habe ich die erste Nacht ohne Voltarenzäpfchen durchgeschlafen. Ich versuche jeden Tag kleine Spaziergänge zu machen, ist aber total anstrengend. Mein Mann sorgt dafür, dass ich ständig erinnert werde mal auf der einen oder anderen Seite zu liegen und nicht immer auf dem Rücken, denn das ist meine bevorzugte Schlafstellung. Gegen Abend, so ab 17-19 Uhr werden die Schmerzen mehr und jede Bewegung tut noch weh, alles geht im Schneckentempo. Gott sei Dank wohnen meine Eltern im gleichen Haus und ich bekomme gekocht und Wäsche gebügelt usw.

Wenn meine Schmerzen in ein paar Wochen komplett weg sind wäre ich total happy, aber meine Gebärmutterschmerzen sind im Moment immer noch dominant (die wurde schließlich auch von Verwachsungen befreit und ist Wundgebiet). Allerdings habe ich laut Gyn. ja immer noch diese Adenomyosis uteri und das tut einfach weh. Vielleicht aber nicht mehr so dolle wie vorher nachdem die Gebärmutter jetzt nicht mehr "angewachsen" ist. Ich bin mal gespannt und schreibe weiterhin  hier, wie's mir geht. "Kommt Zeit kommt Rat!" "Die Zeit heilt alle Wunden!" "Jeder noch so kleine Schritt ist ein Schritt nach vorne!" Da gibt's ja so viele Trösterli…..

Liebe Grüße

SchaPu 

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